Akromegalie

Diese Erkrankung wurde nach dem Pariser Neurologen Pierre Marie benannt, der die Symptome erstmalig beschrieben hat. Die eigentliche Ursache der Krankheit – eine Veränderung der Hirnanhangsdrüse – wurde allerdings erst später von einem anderen Arzt namens Oskar Minkowski erkannt. Der Erkrankung liegt eine hormonelle Störung zugrunde, die insbesondere durch ein anormales Knochenwachstum oder durch eine bedeutende Hautverdickung im Gesicht und an den Extremitäten gekennzeichnet ist. Erfahren Sie bei Ipsen mehr über diese seltene endokrinologische Erkrankung und die Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung.

 

Die Erkrankung wird durch eine hormonelle Störung ausgelöst, die oft spät diagnostiziert wird, da die Symptome sehr allmählich auftreten und die körperlichen Veränderungen sich erst im Laufe der Jahre schleichend bemerkbar machen. Manchmal sind es Rückenschmerzen (Rachialgien) und Gelenkschmerzen (Arthralgien), welche die Erkrankten veranlassen, einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnosestellung erfolgt oft erst zehn Jahre nach Auftreten der ersten Symptome.

 

Um die Diagnose Akromegalie zu stellen, müssen verschiedene Tests durchgeführt werden:

  • Eine Blutprobe, die einen hohen IgF1-Spiegel bestätigt; dieser gilt derzeit als bester klinischer Indikator für Akromegalie.
  • Der orale Glukose-Toleranz-Test (oGTT) hemmt das Wachstumshormon. Hierbei wird der Glukosespiegel im Blut künstlich erhöht (durch Trinken einer glukosehaltigen Lösung). Die Konzentration des Wachstumshormons im Blut wird beim Testbeginn und anschließend regelmäßig bestimmt. Beim gesunden Patienten führt die Erhöhung des Blutzuckerspiegels zu einer Unterdrückung der Wachstumshormonbildung. Bei Akromegalie bleibt der Blutzuckerspiegel gleich hoch, man spricht von fehlender Bremsung.
  • Durch eine Computertomographie (CT) oder ein Kernspintomogramm (MRT) kann der Hypophysentumor festgestellt werden.

 

Labortests führt der Endokrinologe durch. Er ordnet darüber hinaus die weiterführende Diagnostik mittels bildgebender Verfahren durch den Radiologen an. Beide Untersuchungsmethoden sollen klären, ob eine Störung der Hypophyse wirklich die Ursache der Beschwerden ist. Um festzustellen, ob es bereits zu inneren Veränderungen gekommen ist, sind weitere Untersuchungen nötig:

  • Messung des Gesichtsfeldes, um abzuklären, ob die Hypophysenwucherung die Sehnerven beeinträchtigt hat
  • Röntgen des Thorax (Brustkorb), um mögliche Vergrößerungen, z. B. der Lunge festzustellen
  • Ultraschall des Herzens, um die Größe zu vermessen und festzustellen, ob die Herzmuskulatur verdickt ist
  • Dickdarmspiegelung, um Dickdarmpolypen und eventuelle Tumoren zu erkennen
  • Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, um die Größe zu vermessen und festzustellen, ob sich Knoten gebildet haben

3 bis 4

Akromegalie-Neuerkrankungen pro Jahr auf 1 Million

40 Jahre

Mittleres Alter bei Diagnose der Erkrankung

Letzte Aktualisierung 09/11/2016