Neuroendokrine Tumore

Neuroendokrine Tumore (NET) treten überwiegend im Magen-Darmtrakt auf. Einige davon verlaufen symptomfrei, andere können jedoch anormal hohe Mengen an Hormonen produzieren, welche die Funktionen im Organismus verändern und Stoffwechselstörungen, Gewichtsverlust und Flush (Hautrötungen und Hitzewallungen) hervorrufen. Erfahren Sie bei Ipsen mehr über diese seltene endokrinologische Erkrankung sowie zu deren Diagnosestellung und einzelnen Behandlungsmöglichkeiten.

 

Definition

Endokrine Zellen sind überall im Körper vorhanden und können in zahlreichen Organen neuroendokrine Tumore (NET) verursachen. In etwa 60 % der Fälle treten NET im Verdauungsapparat auf. Dementsprechend können sie im gesamten Verdauungstrakt, von der Speiseröhre über den Enddarm bis hin zu Dickdarm und Pankreas lokalisiert sein. Diese Primärtumore können sich anschließend in allen Organen verbreiten, speziell in der Leber.

Die NET-Tumorzellen besitzen die den Nervenzellen und endokrinen Zellen gemeinsamen Eigenschaften (wie die Fähigkeit, Hormone auszuschütten), daher ihr Name „neuroendokrine Tumore“.

 

Symptome und Folgen für die Gesundheit

Viele neuroendokrine Tumore zeigen keine klinischen Symptome, weil sie ein geringes Ausmaß haben oder keine Hormone produzieren. Wenn sie Symptome verursachen, sind diese organabhängig, dementsprechend variabel, und entwickeln sich langsam über mehrere Jahre hinweg.

 

Durch das Wachstum des Tumors verursachte Symptome

Obwohl sie aus endokrinen Zellen hervorgehen, lösen die meisten NET des Verdauungsapparates keine Hypersekretion von Hormonen aus und daher auch keine klinischen Symptome; diese als „nicht funktionell“ bezeichneten Tumore werden erst erkannt, wenn sie größer werden und diverse Symptome verursachen:

  • Bauchschmerzen oder Spannungsgefühl im Bauch
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Darmverschluss
  • Beimengung von Blut im Stuhl
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Gelbsucht

Durch die Hormonproduktion des Tumors verursachte Symptome

Bestimmte NET des Verdauungsapparates setzen übermäßig viele Hormone frei und sind daher für verschiedenste Störungen verantwortlich:

  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Austrocknung
  • Hautrötungen und Hitzewallungen
  • Pfeifatmung
  • Herzflattern

 

Risikofaktoren

Die Mehrheit der an neuroendokrinen Tumoren erkrankten Menschen zeigt keinerlei identifizierbare Risikofaktoren. In seltenen Fällen sind die NET des Verdauungsapparates Teil einer vererbbaren Krankheit. In diesem Fall spricht man von einem Vorbelastungssyndrom, das gegebenenfalls mit anderen Tumoren verknüpft ist. Das häufigste dieser Syndrome ist die multiple endokrine Neoplasie Typ 1 (MEN1); dazu gehören im Allgemeinen Tumore des Pankreas, der Hypophyse, der Nebenschilddrüse und der Nebennieren. Es besteht keine Möglichkeit, Präventivmaßnahmen gegen NET zu treffen.

 

Inzidenz

Neuroendokrine Tumore (NET) sind selten (2 bis 5 Neuerkrankungen auf 100.000 Personen pro Jahr). Sie treten häufiger bei älteren als bei jüngeren Menschen auf; das durchschnittliche Diagnosealter liegt bei 65 Jahren. NET betreffen Männer und Frauen gleichermaßen.

112.000

In den USA sind etwa 112.000 Personen1 an GEP-NET erkrankt.

Etwa 2,4

Etwa 2,4 Neuerkrankungen pro Jahr auf 100.000 Einwohner2

65 Jahre

Das mittlere Alter liegt bei der Diagnose um die 65 Jahre3

Quellen :
  1. Gastrointestinal Carcinoid Tumors: American Cancer Society Website: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003102-pdf.pdf. Accessed October 28, 2014
  2. Niederle MB, Hackl M, Kaserer K, Niederle B. Gastroenteropancreatic neuro-endocrine tumours: the current incidence and staging based on the WHO and European Neuro-endocrine Tumour Society classifi cation: an analysis based on prospectively collected parameters. Endocr Relat Cancer 2010;17(4):909-18
  3. Lepage C, Bouvier AM, Phelip JM, Hatem C, Vernet C, Faivre J. Incidence and management of malignant digestive endocrine tumours in a well defi ned French population. Gut 2004; 53(4):549-53
Letzte Aktualisierung 27/02/2017