Nierenzellkarzinom

Nierenzellkarzinome (NZK) machen ca. 2-3 % aller Krebsdiagnosen aus. Hier finden Sie weitere Informationen zu Krankheit, Diagnose und Behandlung.

 

Viele Nierentumore bleiben bis in späte Krankheitsstadien unerkannt.

Derzeit werden mehr als 50 % der NZK zufällig und im Rahmen einer nichtinvasiven bildgebenden Untersuchung (CT oder MRT) entdeckt, die zur Diagnose bei unspezifischen Symptomen oder sonstigen Erkrankungen in der Bauchregion durchgeführt wurde6. Die klassische Trias – Blut im Harn (Hämaturie), Flankenschmerzen und tastbarer Tumor in der Flanke – findet man nur noch selten (6-10 %), sie deutet auf ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium hin.

Paraneoplastische Syndrome, d. h. Symptome, die keine direkte Folge des Tumorwachstum sind, treten bei rund 30 % der Patienten mit symptomatischen NZK auf. Die häufigsten paraneoplastischen Syndrome sind: u.a. Bluthochdruck, Auszehrung (Kachexie), Gewichtsverlust, Temperaturerhöhung und Anämie.

Bei der Diagnose des NZK kommt der klinischen Untersuchung nur eine begrenzte Rolle zu. Folgende Anzeichen erfordern bildgebende Untersuchungen: tastbarer Tumor im Bauch, tastbare zervikale Lymphadenopathie (geschwollene Halslymphknoten), symptomatische Varikozele (Krampfaderbildung im Bereich des Hodens) und bilaterale Ödeme der unteren Extremitäten (Flüssigkeitsansammlung in den Beinen), die auf venöse Durchblutungsstörungen hindeuten7.

Bei Symptomen und klinische Auffälligkeiten, die auf Nierenkrebs schließen lassen, werden weiterführende Labortests und bildgebende Untersuchungen durchgeführt.

  • Labortests
    • Urinanalyse
    • Komplettes Blutbild
    • Biochemische Blutuntersuchung
  • Bildgebende Verfahren
    • Computertomographie (CT), Magnetresonanztherapie (MRT) und Sonografie (Ultraschall) können bei der Diagnose der meisten Nierentumorarten hilfreich sein, das Durchführen aller dieser Untersuchungen ist meist nicht notwendig.
    • Andere Untersuchungen wie Thorax-Röntgen und Knochenszintigrafie werden eingesetzt um festzustellen, ob der Krebs auf andere Körperteile übergegriffen (metastasiert) hat.

2-3%

aller Krebsarten

Viele Nierentumore verlaufen ohne typische Symptome

Der chirurgische Eingriff ist die erste Behandlungsoption

Quellen :

1 Chow WH, Dong LM, Devesa SS. . Epidemiology and risk factors for kidney cancer. Nat Rev Urol 2010; 7: 245–257
2 European Network of Cancer Registries. Eurocim version 4.0. European incidence database V2.3, 730 entity dictionary (2001), Lyon, 2001.
3 Lindblad P. Epidemiology of renal cell carcinoma. Scand J Surg 2004;93(2):88-96 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15285559
4 Ferlay J, Steliarova-Foucher E, Lortet-Tieulent J, et al. Cancer incidence and mortality patterns in Europe: estimates for 40 countries in 2012. Eur J Cancer 2013 Apr;49(6):1374-403. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23485231
5 Levi F, Ferlay J, Galeone C, et al. The changing pattern of kidney cancer incidence and mortality in Europe. BJU Int 2008 Apr;101(8):949-58 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18241251
6 Renal cell carcinoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up
7 Guidelines on Renal Cell Carcinoma, European Association of Urology, 2014– Uroweb.org
8 American Cancer Society. https://www.cancer.org/cancer/kidney-cancer
9 European Association of Urology. Guidelines for Clear Cell Renal Cancers That Are Resistant to Vascular Endothelial Growth Factor Receptor–Targeted Therapy

Letzte Aktualisierung 27/02/2017