Nierenzellkarzinom

Nierenzellkarzinome (NZK) machen ca. 2-3 % aller Krebsdiagnosen aus. Hier finden Sie weitere Informationen zu Krankheit, Diagnose und Behandlung.

 

Viele Nierentumore bleiben bis in späte Krankheitsstadien unerkannt.

40 bis 60 % der NZK werden zufällig und im Rahmen einer nichtinvasiven bildgebenden Untersuchung (CT oder MRT) entdeckt, die zur Diagnose bei unspezifischen Symptomen oder sonstigen Erkrankungen in der Bauchregion durchgeführt wurde6. Die klassische Trias – Blut im Harn (Hämaturie), Flankenschmerzen und tastbarer Tumor in der Flanke – findet man nur noch selten, sie deutet auf ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium hin.

Paraneoplastische Syndrome, d. h. Symptome, die keine direkte Folge des Tumorwachstum sind, treten bei rund 30 % der Patienten mit symptomatischen NZK auf. Die häufigsten paraneoplastischen Syndrome sind: u.a. Bluthochdruck, Auszehrung (Kachexie), Gewichtsverlust, Temperaturerhöhung und Anämie7.

Bei der Diagnosestellung des Nierenzellkarzinoms spielen neben bildgebenden Untersuchungen, die Bestimmung von Laborparametern und die histologische Untersuchung eine Rolle. Bildgebende Untersuchungen: In den meisten Fällen gibt eine Ultraschalluntersuchung einen ersten Hinweis und Verdacht auf ein Nierenzellkarzinom. Mittels CT wird dann weiter untersucht, um die lokale Invasivität, Lymphknotenbeteiligung und mögliche Metastasen zu beurteilen. Das MRT kann zusätzlich Informationen bezüglich Fortschreiten und venöser Beteiligung liefern. Laborparameter: Folgende Laborparameter sollten bestimmt werden: Serumkreatinin-, Hämoglobin-, Leukozyten und Thrombozytenzahl, das Verhältnis von Lymphozyten zu Neutrophilen, Lactatdehydrogenase, C-reaktives Protein (CRP) und serumkorrigiertes Calcium. Einige der Laborparameter sind prognostisch für das Überleben und werden zur Risikobewertung in verschiedenen Risikoscores verwendet.6

Histologische Untersuchung:
Eine Nierenbiopsie liefert eine histopathologische Bestätigung der Erkrankung. Sie wird insbesondere vor der Behandlung mit ablativen Therapien sowie bei Patienten mit metastasierender Erkrankung vor Beginn der systemischen Behandlung empfohlen. Die endgültige histopathologische Diagnose basiert auf der Nephrektomieprobe, sofern verfügbar.6

2-3%

aller Krebsarten

Viele Nierentumore verlaufen ohne typische Symptome

Der chirurgische Eingriff ist die erste Behandlungsoption

Quellen :

1 Chow WH, Dong LM, Devesa SS. . Epidemiology and risk factors for kidney cancer. Nat Rev Urol 2010; 7: 245–257
2 European Network of Cancer Registries. Eurocim version 4.0. European incidence database V2.3, 730 entity dictionary (2001), Lyon, 2001.
3 Lindblad P. Epidemiology of renal cell carcinoma. Scand J Surg 2004;93(2):88-96 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15285559
4 Ferlay J, Steliarova-Foucher E, Lortet-Tieulent J, et al. Cancer incidence and mortality patterns in Europe: estimates for 40 countries in 2012. Eur J Cancer 2013 Apr;49(6):1374-403. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23485231
5 Levi F, Ferlay J, Galeone C, et al. The changing pattern of kidney cancer incidence and mortality in Europe. BJU Int 2008 Apr;101(8):949-58 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18241251
6 Escudier B. et al. Renal cell carcinoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2019 Feb 21. pii: mdz056. doi: 10.1093/annonc/mdz056. [Epub ahead of print]
7 Guidelines on Renal Cell Carcinoma, European Association of Urology, 2014– Uroweb.org
8 American Cancer Society. https://www.cancer.org/cancer/kidney-cancer
9 European Association of Urology. Guidelines for Clear Cell Renal Cancers That Are Resistant to Vascular Endothelial Growth Factor Receptor–Targeted Therapy

CBZ-AT-000847 06/2019

Letzte Aktualisierung 24/06/2019